Architektur, Raum und Nutzung – ein Jubiläumsinterview

Schriftliches Interview zum Jubiläum der 24-Stunden-Bibliothek

Nach zwanzig Jahren blicken wir zurück auf die Anfänge der 24-Stunden-Bibliothek und beleuchten in einem Interview sowohl architektonische als auch innenarchitektonische Aspekte sowie die Perspektive der Benutzung. Aus allen drei Bereichen konnten wir die jeweils Zuständigen für dieses Interview gewinnen.

Architektur

LichthofKIT

Der architektonische Entwurf für den Neubau der KIT-Bibliothek stammt von Professor Heinz Mohl. Die Projektleitung und bauliche Umsetzung lagen in den Händen von Jochen Delgmann und Ralf Schönberger von Gaiser und Partner Freie Architekten mbB, die die Realisierung des Gebäudes maßgeblich begleitet haben.

Bei der Konzeption einer 24-Stunden-Bibliothek betraten Sie vor über 20 Jahren Neuland. Was waren die Herausforderungen?

Schönberger: Die Aufgabe war, ein Gebäude zu erstellen, das auf einem rationalen Grundgerüst aufgebaut ist: einfach und übersichtlich strukturiert, hell und freundlich und zu allen Jahreszeiten mit angenehmem Innenraumklima. Dabei sollte auf bislang übliche, im Bau und Betrieb aufwendige lüftungstechnische Anlagen verzichtet werden. Um das Ziel zu erreichen, wurden die großen Kastenfensterkonstruktionen und die beiden Lufträume mit ihren verglasten Dachaufbauten entwickelt. Elektrisch betriebene Lüftungsklappen, Sonnenschutzbehänge und Glaslamellen in Fenstern und Oberlichtern werden über ein komplexes Steuerungssystem automatisch betätigt, so dass über Nachtauskühlung im Sommer und Wärmegewinne aus den Fensterzwischenräumen im Winter Energie eingespart werden kann. Auch die Betonkerntemperierung der Geschossdecken stellt einen wichtigen Faktor dar: Die Betonvolumina werden über ein Rohrsystem mit Anbindung an das Wärme- und Kältenetz des Campus im Winter erwärmt und im Sommer gekühlt.

In wie weit floss die umgebende Architektur des Campus Süd in die Planung des Bibliothek-Neubaus ein? 

Schönberger: Die Intention war, durch den klaren, langgestreckten Baukörper den Eingangsbereich des Campus zu fassen, der bislang durch zusammenhanglose Solitäre und leere Flächen geprägt war und keine städtebauliche Qualität aufwies. Die beiden Eingänge im Osten und Westen des Gebäudes sind gleichwertig gedacht, so dass auch eine Orientierung zum neuen Campus auf der östlichen Seite des Adenauerrings evident ist. Der östliche Kopf des Gebäudes bildet außerdem mit dem neugestalteten Studentenhaus einen Platz, der den Eingangsbereich des Campus erst als solchen erkennen lässt und aufwertet. Um die Eingangssituation städtebaulich noch stärker hervorzuheben, war auch ein senkrecht anschließender, am Adenauerring nach Süden gerichteter, zweiter Erweiterungsbau mit Torgebäude geplant, der leider noch nicht umgesetzt wurde. 

Maßlich baut der Neubau auf einem Raster von 5,40 m auf, welches vom angeschlossenen Altbau der Bibliothek aufgenommen wurde. Sowohl von der Funktion, als auch von der Gebäudestruktur und -kubatur ergänzen sich Alt- und Neubau zu einer architektonischen Einheit. Die Grund- und Aufrissmaße und die klare Fassadenteilung des Neubaus basieren auf dem Modul des verwendeten Betonsteinmauerwerks.

Wie gelingt die Balance zwischen Öffentlichkeit und ruhigem Lernort? Was waren hierzu die Überlegungen?

Schönberger: Wie sich gleich nach Eröffnung des Erweiterungsbaus zeigte, wird dieser sehr gut angenommen. Die Balance zwischen Öffentlichkeit und ruhigem Lernort ist gerade auch durch die Verbindung mit dem Altbau gegeben, welcher kleinräumlichere Nutzungsbereiche und Sonderfunktionen bietet.

Innenarchitektur

Lernplätzebaumann | www.bild-raum.com

Für die Innenarchitektur der 24-Stunden-Bibliothek zeichnete Corona Feederle von der feco-Feederle GmbH verantwortlich. Sie entwickelte ein Raum- und Einrichtungskonzept, das die Anforderungen an eine moderne Bibliothek mit den besonderen Bedürfnissen eines Rund-um-die-Uhr-Betriebs verbindet.

Welche Atmosphäre wollten Sie mit der Inneneinrichtung schaffen?

Feederle: Unser Ziel bei der Planung war es, eine Bibliothek zu schaffen, die weit mehr ist als ein Ort zum Ausleihen von Büchern. Uns war wichtig, dass die Studierenden hier einen echten Lern- und Arbeitsort vorfinden – einen Raum, in dem sie sich intensiv mit den Inhalten der Bücher und Medien auseinandersetzen und eigene Gedanken dazu entwickeln können. Deshalb haben wir bereits damals auf großzügige Workbenches gesetzt, an denen man ergonomisch und komfortabel arbeiten kann. Höhenverstellbare Stühle auf Rollen ermöglichten eine flexible und gesunde Sitzhaltung. Ebenso wichtig waren eine gute Beleuchtung an den Arbeitsplätzen sowie Stromanschlüsse für mitgebrachte Laptops. Heute wirkt das selbstverständlich, doch vor 20 Jahren gehörten digitale Geräte noch längst nicht zum Studienalltag. Insofern war die Einrichtung ihrer Zeit in vielen Punkten voraus.

In welchen Punkten würde sich eine heute geplante Innenausstattung unterscheiden?

Feederle: Der Grundgedanke von damals – die Bibliothek als Lern- und Arbeitsort zu gestalten – ist auch heute immer noch sehr aktuell. Dieses Konzept hat sich bewährt. Bei einer heutigen Planung würden wir vermutlich stärker auf unterschiedliche Lernwelten eingehen. Vorstellbar wären wohnlich gestaltete Lounge- und Lesezonen wie auch Bereiche, die mehr Aktivität fördern als Räume für Austausch und Diskussion. Gleichzeitig würde es weiterhin klar definierte Ruhebereiche für konzentriertes Arbeiten geben. Insgesamt würde die Differenzierung der verschiedenen Nutzungsformen wahrscheinlich noch stärker im Mittelpunkt stehen, um sowohl individuelles Lernen als auch Interaktion optimal zu unterstützen.

Heute liegt bei Projekten / öffentlichen Gebäuden ein besonderes Augenmerk auf der Nachhaltigkeit. Wie ordnen Sie hier das Gebäude ein?

Feederle: Dass die Einrichtung nach 20 Jahren intensiver Nutzung als 24-Stunden-Bibliothek noch immer so gut funktioniert, ist ein eindrucksvoller Beleg für die Solidität und Qualität der damals ausgewählten Produkte. Schon bei der Planung gab es durchaus die Frage, ob die Möbel einer so hohen Beanspruchung langfristig standhalten würden. Dass sie das tun, zeigt einen wichtigen Aspekt von Nachhaltigkeit. Auch das Nutzungskonzept hat sich bewährt, denn die Bibliothek wird vom ersten Tag an bis heute sehr gut angenommen. Gleichzeitig bietet die Einrichtung genügend Flexibilität für zukünftige Veränderungen. Durch den modularen und klar strukturierten Aufbau können einzelne Bereiche unkompliziert angepasst oder ausgetauscht werden – sei es als Ersatz in gleicher Funktion oder um Flächen neuen Nutzungsanforderungen anzupassen. Diese Anpassungsfähigkeit ist aus meiner Sicht ein weiterer wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Nutzung des Gebäudes.

Benutzung

Lesesaal mit BenutzendenKIT

Aus bibliothekarischer Sicht wurde die Konzeption der 24-Stunden-Bibliothek von Diana M. Tangen begleitet. Als Leiterin der Benutzung und Fachreferentin der KIT-Bibliothek brachte sie die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer in die Planung und Entwicklung des neuen Angebots ein.

Wie kam es zu der deutschlandweit ersten 24-Stunden-Bibliothek, die mittlerweile zahlreiche Nachahmer gefunden hat, und was hat zum Erfolg dieses Modells beigetragen?

Tangen: Nachdem das Land Baden-Württemberg im Jahr 2000 seine EnBW-Anteile (Energie Baden-Württemberg AG) an ein französisches Unternehmen verkaufte, rückte die Finanzierung eines Neubaus endlich in greifbare Nähe, da mit dem Erlös gezielt innovative Projekte gefördert werden sollten. Für uns eröffnete sich damit eine einmalige Chance: die Konzeption der ersten 24-Stunden-Bibliothek Deutschlands. Unterstützung erhielten wir dabei vom damaligen Rektor der Universität Karlsruhe, Prof. Dr. Sigmar Wittig, der aus eigener Erfahrung im Ausland die Vorteile einer rund um die Uhr geöffneten Campusbibliothek kannte und von der Idee überzeugt war. Schließlich erhielten wir den Zuschlag – und aus einer Vision wurde ein konkretes Bau- und Bibliotheksprojekt.  
Eine 24-Stunden-Bibliothek benötigt allerdings weit mehr als verlängerte Öffnungszeiten. Entscheidend ist ein tragfähiges Gesamtkonzept, das den Dauerbetrieb organisatorisch, personell und infrastrukturell unterstützt.
Dass unser Modell seit nunmehr 20 Jahren erfolgreich funktioniert, hat mehrere Gründe: die zentrale Lage auf dem Campus, die hervorragende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und nicht zuletzt die gastronomischen Angebote in der Umgebung, die den Studierenden auch nachts eine Versorgung ermöglichen. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist das hohe Sicherheitsniveau, sowohl im Gebäude als auch auf dem Campus. Erst das Zusammenspiel all dieser Rahmenbedingungen macht einen 24-Stunden-Betrieb dauerhaft möglich.
Damit ist die 24-Stunden-Bibliothek weit mehr als ein Serviceangebot: Sie ist ein Alleinstellungsmerkmal des KIT und ein wichtiger Baustein seiner Attraktivität für Studierende aus dem In- und Ausland.

Welche Anforderungen und Bedarfe von Seiten der Nutzer gab es damals und wie haben sich diese in den vergangenen 20 Jahren verändert?

Tangen: Mit dem Neubau entstand eine moderne Freihandbibliothek mit rund 4.000 Quadratmetern Nutzfläche. In den vier Fachlesesälen stehen den Studierenden rund 300.000 Bände aktueller Literatur frei zugänglich zur Verfügung. Das war damals ein echter Paradigmenwechsel: Die Nutzerinnen und Nutzer sollten nicht mehr auf bestellte Bücher warten, sondern selbstständig in den Regalen stöbern und die Literatur unmittelbar nutzen.
Konsequent wurde dieses Konzept auf die Serviceangebote übertragen. Ziel war es, möglichst viele Dienstleistungen rund um die Uhr in Selbstbedienung bereitzustellen. Dazu gehörten die Ausleihe und Rückgabe von Medien, die Ausgabe von Fernleihen sowie bargeldlose Bezahlmöglichkeiten. Die moderne Buchsicherungsanlage und die jederzeit mögliche Medienrückgabe gehörten damals zu den innovativen Ausstattungsmerkmalen.
Ein zentraler Aspekt des 24-Stunden-Betriebs war von Beginn an die Sicherheit der Nutzenden. Dazu gehören eine flächendeckende Videoüberwachung sowie mehr als 100 Notrufschalter im gesamten Gebäude. Während der Servicezeiten von 9 bis 18 Uhr stehen die bibliothekarischen Dienstleistungen vollständig zur Verfügung. Zwischen 15 und 9 Uhr übernimmt Wachpersonal die Gebäudesicherheit und regelt ab 18 Uhr den Zugang. 
Früh setzte die KIT-Bibliothek darauf wissenschaftliche Informationen überwiegend in elektronischer Form bereitzustellen. Heute werden rund 95 % des Erwerbungsetats für elektronische Medien verwendet. Besonders seit der Corona-Pandemie hat sich die Akzeptanz digitaler Angebote nochmals deutlich verstärkt, sodass gedruckte Bücher in vielen MINT-Fächern zunehmend in den Hintergrund treten.
Diese Entwicklung führte zu einer weiteren Anpassung im Raumkonzept: Auf Basis einer Nutzerumfrage nach der Pandemie wurden ein Teil der Arbeitsplätze sowie sämtliche Gruppenarbeitsräume für Studierende reservierbar gemacht. Hintergrund ist die hohe Auslastung der Bibliothek. Über ein digitales Buchungssystem können Studierende verlässlich einen Arbeitsplatz erhalten.
Modernes Lernraummanagement ist eine Daueraufgabe, da sich die Hochschulen kontinuierlich verändern. Dies betrifft sowohl die Quantität als auch die Qualität der verfügbaren Arbeitsplätze für Studierende. Einerseits besteht weiterhin ein hoher Bedarf an Lernplätzen, der sich aufgrund baulicher und brandschutzrechtlicher Rahmenbedingungen jedoch nicht beliebig erweitern lässt. Andererseits verändern sich die Anforderungen an die Lernumgebung selbst stetig.
So werden zunehmend mehr Gruppenarbeitsräume mit hybrider Ausstattung für digitale Zusammenarbeit gewünscht ergänzend dazu Einzelarbeitsplätze in Form von Lernboxen, die sowohl für die Teilnahme an virtuellen Lehrveranstaltungen als auch für Betreuungsgespräche oder Bewerbungssituationen genutzt werden können.
Parallel dazu hat sich die Bibliothek zu einem Netz von Lernorten weiterentwickelt. Neben der Zentralbibliothek betreuen wir inzwischen auch drei Lernzentren – das Lernzentrum am Fasanenschlösschen, das InformatiKOM sowie das Lern- und Arbeitszentrum der Mechatronik  (LAZ/Nova). Diese bieten sehr unterschiedliche Lernsettings: vom ruhigen Einzelarbeitsplatz bis hin zu kommunikativen, informelleren Arbeitsbereichen. Damit können Studierende je nach Bedarf den passenden Lernort wählen oder aber innerhalb ihrer Fachcommunity in einer der Fachbibliotheken arbeiten.

Wo sehen Sie zukünftige Entwicklungsbedarfe und Möglichkeiten?

Tangen: Das 24-Stunden-Konzept hat sich insgesamt sehr erfolgreich etabliert. Neben der hohen Auslastung während der regulären Tageszeiten wird die Bibliothek in den Abend- und Nachtstunden intensiv genutzt. Besonders an Sonntagen und Feiertagen zeigt sich die große Bedeutung des durchgängigen Zugangs. Gleichzeitig zeigt sich am KIT weiterhin ein hoher Bedarf an zusätzlichen Lernarbeitsplätzen. Ein weiterer Ausbau wird derzeit jedoch durch brandschutzrechtliche Vorgaben begrenzt. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie werden daher Möglichkeiten untersucht, durch geeignete brandschutztechnische Maßnahmen zusätzliche Lernarbeitsplätze zu schaffen.
Der zukünftige Bedarf liegt weiterhin in der Erweiterung flexibler Lernplätze, hybrid ausgestatteter Arbeitsbereiche sowie zusätzlicher Gruppenräume mit moderner technischer Infrastruktur. Darüber hinaus rücken zunehmend Entspannungszonen in den Fokus, die idealerweise mit gastronomischen Angeboten kombiniert die Aufenthaltsqualität stärkt, in dem konzentriertes Arbeiten, Erholung und sozialer Austausch gleichermaßen möglich sind. 

Hintergrund

RohbauKIT
Die KIT-Bibliothek wurde als erste 24-h-Bibliothek konzipiert. Welche Herausforderungen brachte das mit sich? Was würde man heute anders machen?

Schönberger: Die zeitgemäße Bibliotheksnutzung und das Sicherheitskonzept bedingen eine flächendeckende und variable technische Ausstattung. Diese Maßgabe wurde durch Hohlraum- und Doppelböden erreicht, in denen diverse Medien geführt und auf einfache Weise nachinstalliert werden können. Um die offene Gestaltung zu ermöglichen, wurden für den Schallschutz und die Akustik schallabsorbierende Flächen vorgesehen.

Feederle: Vor 20 Jahren war die Idee einer 24-Stunden-Bibliothek etwas völlig Neues. Ich erinnere mich an einen Satz, der uns durch das gesamte Projekt begleitet hat: „Die Idee ist, dass wir diese Bibliothek an einem Tag aufschließen – und dann nie wieder zumachen.“ Das war zunächst ein kaum vorstellbarer Gedanke, denn Bibliotheken hatten selbstverständlich feste Öffnungszeiten. 
Daraus ergaben sich dann verständlicher Weise auch viele Diskussionen. Niemand konnte wirklich einschätzen, welche Auswirkungen eine derart intensive Nutzung auf die Einrichtung haben würde. Es gab durchaus Überlegungen, bei den Möbeln auf Komfort zu verzichten – etwa starre Vierfußstühle statt höhenverstellbarer Drehstühle mit Rollen einzusetzen, weil man sich davon eine höhere Robustheit versprach. Uns war jedoch wichtig, dass die Studierenden ergonomisch gut auch über längere Zeit arbeiten können. Dass sich diese Entscheidung bewährt hat und die Einrichtung der intensiven Nutzung seit 20 Jahren standhält, freut mich heute ganz besonders.

Tangen: Die 24-Stunden-Bibliothek war damals ein radikales Infrastruktur- und Organisationsprojekt. Die logistische Herausforderung aus einer Magazinbibliothek eine Freihandbibliothek mit 300.000 systematisch aufgestellten Büchern umzugestalten war enorm. Ebenfalls die neuen technischen Anforderungen, die zum Teil von unserer IT-Abteilung selbst entwickelt werden mussten.
Heute würde man ein noch stärkeres Augenmerk auf das Sicherheitskonzept legen, da sich die Anforderungen und Rahmenbedingungen im Laufe der Zeit deutlich verändert haben. Sicherheit bleibt zwar ein zentrales Fundament des 24-Stunden-Betriebs, müsste jedoch heute noch differenzierter und umfassender gedacht werden.
Zudem würde man heute die Raumgestaltung stärker in funktionale Zonen unterteilen. Dazu gehören insbesondere:

  • Silent Areas für konzentriertes, ruhiges Arbeiten 
  • Collaboration Areas für Gruppenarbeit und Austausch 
  • Hybrid- und Videoräume für digitale Lehre, virtuelle Meetings sowie
  • Rückzugs- und Entspannungszonen als Ergänzung zu den klassischen Lernarbeitsbereichen.

Ferner würde ich heute eine stärkere Einbeziehung der Nutzenden in Konzeption und Planung durch Feedbackschleifen berücksichtigen, beispielsweise bei der Auswahl von Möbeln oder ganzen Lernsettings.

Wie haben Sie die Arbeit, die gemeinsame Konzeptentwicklung, wahrgenommen?

Schönberger: Ich habe die konzeptionelle Zusammenarbeit mit der Bibliotheksleitung, der Bauverwaltung und Firma Feederle als Mitarbeiter von Heinz Mohl und anschließend bei Gaiser und Partner in sehr positiver Erinnerung. Vorstellungen und Intentionen der Beteiligten lagen meistens nah beieinander. Die Bibliotheksleitung zeigte sich immer offen für die Ideen der Architekten. In dieser Atmosphäre war ein sehr effektives, zielgerichtetes Arbeiten möglich. Das setzte sich auch durch die Phasen der an den Neubau anschließenden Sanierung des Altbaus fort.

Feederle: An die gemeinsame Konzeptentwicklung erinnere ich mich sehr gerne zurück. Besonders beeindruckt hat mich die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bibliotheksleitung und den Vertreterinnen und Vertretern der Nutzer. Sie hatten ein sehr klares Bild davon, welche Art von Lern- und Arbeitsort entstehen sollte. Dadurch war es für uns als Planer eine schöne Aufgabe, diese Vorstellungen gestalterisch umzusetzen. Ebenso bereichernd war die Zusammenarbeit mit dem Architekten Heinz Mohl. Er war offen für dieses damals neue Nutzungskonzept und hatte gleichzeitig stets das große Ganze im Blick. Ihm war wichtig, dass Architektur und Inneneinrichtung eine gemeinsame Handschrift tragen und ein stimmiges Gesamtbild ergeben.
Rückblickend haben wir mit diesem Projekt gemeinsam Neuland betreten. Dass dabei alle Beteiligten so konstruktiv zusammengearbeitet haben, war aus meiner Sicht ein wesentlicher Grund dafür, dass die Bibliothek bis heute so erfolgreich genutzt werden kann. Der Mut diesen Weg zu gehen hat sich für Generationen von Studierenden ausgezahlt!

Tangen: Die Zusammenarbeit mit dem Architekten Prof. Mohl, Corona Feederle sowie der technischen Umsetzung durch AGP war durchweg konstruktiv und zielorientiert. Sie fand in einer angenehmen Atmosphäre statt, in der ich einiges lernen konnte. Besonders die Herangehensweise von Herrn Mohl an architektonische und gestalterische Fragestellungen hat mich nachhaltig geprägt. Das sehr gute Miteinander spiegelt sich auch im Ergebnis wider: Wir als Bibliothek konnten uns kooperativ einbringen, was bei Bibliotheksbauten mit renommierten Architekten nicht immer selbstverständlich ist. Der regelmäßige und zielgerichtete Austausch zwischen den Beteiligten trug maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung der Projektziele bei. Gerne denke ich noch an die gemeinsamen Sonntage mit Herrn Mohl und dem Metermaß auf der Baustelle zurück. Auch mit der Firma Feederle verbindet uns eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Weiterentwicklung von Lernraumsettings der KIT-Bibliothek und ihrer Standorte.