Daten, Dienste, Diskussionen
Von Datentracking bis zum fairen Publizieren von Forschungsdaten und Beiträgen im Community-led-Publishing-Modell: Die KIT-Bibliothek bot im Rahmen der International Open Access Week wieder verschiedene Perspektiven auf die Open-Access-Welt unter dem diesjährigen Motto „The Cost of Knowledge“.
Jährlich findet Ende Oktober die International Open Access Week statt. Eine weltweite Veranstaltung, an der Akteure aus Bibliotheken, Forschungseinrichtungen und Initiativen beteiligt sind. Vom 19. bis 26. Oktober fanden im Rahmen dessen Vorträge, Diskussionsrunden und weitere Veranstaltungen statt. Auch die KIT-Bibliothek hat sich dieses Jahr überlegt, etwas Neues auszuprobieren und Veranstaltungen anzubieten, die sie in dieser Form noch gar nicht oder bisher nur selten bot.
Den Auftakt machte ein Open Paper Dialog mit dem Titel „Wie viel Daten kosten Wissen? – Datentracking im Wissenschaftssystem“. Basierend auf der Idee eines Journal Clubs waren Forschende und Beschäftigte in der Forschungsunterstützung eingeladen, gemeinsam einen Text zu besprechen. Das Besondere: Der Autor, Dr. Renke Siems, war als Gastvortragender geladen. So entwickelte sich im Laufe der Veranstaltung eine spannende Diskussion über das Datentracking großer Wissenschaftsverlage. Gemeinsam mit dem Publikum wurde ergründet, wie wissenschaftliche Bibliotheken Forschende stärker unterstützen können und welche Handlungsspielräume es gibt, um die Entwicklungen in positive Bahnen zu lenken.
Weiter ging es am Mittwoch nördlich von Karlsruhe, am Campus Nord, mit einer ganz analogen Veranstaltung: einem Round Table zum Thema Forschungsdatenmanagement mit dem Titel „Open Science at KIT: Show us your data“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vier verschiedenen Instituten des KIT stellten ihre Forschung mit Fokus auf die Besonderheiten der dabei entstehenden Forschungsdaten vor. Es wurde deutlich: Forschungsdaten sind so divers wie die Forschung dahinter und verlangen ganz unterschiedliche Workflows und Managementsysteme. Auch für die KIT-Bibliothek als Forschungsunterstützerin brachte dies viele Erkenntnisse und ein besseres Verständnis für die Bedarfe von Forschenden an Dienstleistungen – von Datenmanagementsystemen hin zu Repositorien und Datenbanken. Besonders der informelle Teil bei Kaffee und Kuchen eröffnete Raum für Gespräche zwischen verschiedenen Akteuren des KIT und ermöglichte das Knüpfen neuer Kontakte.
Auch die Abschlussveranstaltung am Donnerstag folgte dem Prinzip des Community-Austauschs: in einer Paneldiskussion zum Thema Community geführte Publikationsdienstleistungen. In der Online-Veranstaltung „Low-cost and no-cost community-developed services: A showcase and discussion from the institutional publishing perspective“ stellten Vertreterinnen und Vertreter von OPERAS, SeDOA und Thoth Metadata ihre Services vor. Im Anschluss wurden weitere Aspekte des Community-led Publishing diskutiert. Auch Vertreterinnen und Vertreter aus der AG Universitätsverlage sowie des Universitätsverlags Berlin Universities Publishing nahmen daran teil. Geeint durch die Frage, wie Services und Initiativen, die wissenschaftliche Publikationen zu möglichst geringen oder keinen Kosten ermöglichen, gestärkt und erweitert werden können, tauschten die Expertinnen und Experten ihre Erfahrungen aus.
Am Ende sind sich alle – die Veranstalterinnen und Veranstalter der KIT-Bibliothek sowie die geladenen Gäste – einig: Wir haben im Sinne des Open-Access- und Open-Science-Gedankens schon viel erreicht, aber auch noch viele alte und neue Herausforderungen zu bewältigen. Veranstaltungen wie die International Open Access Week helfen dabei, gemeinsame Ziele zu erarbeiten, Kooperationsformate zu entwickeln und den Austausch am Leben zu halten.
