KohaCon26 in Karlsruhe erfolgreich zu Ende gegangen: KIT-Bibliothek für gelebte Open-Source-Community ausgezeichnet

Über 400 Registrierungen aus 45 Ländern, rund 200 Teilnehmende vor Ort und ein Community Award für „Hosting the Community“
Gruppe von Menschen mit Willkommensschild bei KohaCon26, Oktober 2026, Karlsruhe.Christian Elsner, KIT

Karlsruhe, 10. Oktober 2026 – Eine Woche im Zeichen von Open Source, internationalem Austausch und gemeinschaftlicher Innovation: Die KohaCon26 ist am Freitag, 9. Oktober, am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erfolgreich zu Ende gegangen. Vom 5. bis 9. Oktober kamen Bibliotheksfachleute, Entwicklerinnen und Entwickler sowie Anwenderinnen und Anwender der Open-Source-Bibliothekssoftware Koha zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und gemeinsam an der Weiterentwicklung der Software zu arbeiten.

Mit über 400 registrierten Teilnehmenden aus 45 Ländern und rund 200 Personen vor Ort in Karlsruhe unterstrich die Konferenz die internationale Bedeutung der Koha-Community. Ein besonderer Höhepunkt war die Auszeichnung der KIT-Bibliothek mit einem Community Award in der Kategorie „Hosting the Community“. Damit würdigte die internationale Koha-Community sowohl die Ausrichtung der diesjährigen Konferenz als auch das langjährige Engagement der KIT-Bibliothek für die Gemeinschaft rund um die freie Bibliothekssoftware.

Eine internationale Gemeinschaft zu Gast in Karlsruhe

Arne Upmeier, Direktor der KIT-Bibliothek, zieht eine begeisterte Bilanz der Konferenzwoche:

Es ist einfach großartig zu sehen, wie die internationale Koha-Community in Karlsruhe zusammengekommen ist! Dass sich über 400 Menschen aus 45 Ländern für die KohaCon26 registriert haben und rund 200 von ihnen persönlich nach Karlsruhe gekommen sind, übertrifft unsere Erwartungen und macht uns sehr stolz. Die Begeisterung, die Offenheit und der intensive Austausch während dieser Woche zeigen eindrucksvoll, was Open Source ausmacht: Menschen aus aller Welt bringen ihre Erfahrungen, Ideen und ihr Engagement zusammen, um gemeinsam etwas zu bewegen. Dass wir diese Gemeinschaft am KIT willkommen heißen durften und dafür mit dem Community Award ‚Hosting the Community‘ ausgezeichnet wurden, ist eine ganz besondere Anerkennung für unser gesamtes Team. Die KohaCon26 wird uns als eine Woche voller Inspiration, Begegnungen und gemeinschaftlicher Erfolge in Erinnerung bleiben.

Eine Auszeichnung für gelebte Gemeinschaft

Chris Cormack, einer der ersten Entwickler von Koha und langjähriges Mitglied der Community, würdigte die Rolle der KIT-Bibliothek mit den folgenden Worten:

KIT was the first big university library in Germany to move to Koha. They did not stop at using it. They have hosted hackfests, their people turn up in the community as contributors rather than customers, and this week they are hosting all of us. That is the whole ethic in one library: you take what the community gives you, and you put more back in than you took.

Die Auszeichnung bringt einen zentralen Gedanken der Open-Source-Bewegung zum Ausdruck: Nachhaltige Softwareentwicklung lebt davon, dass Organisationen nicht nur von gemeinschaftlich entwickelten Lösungen profitieren, sondern ihre Erfahrungen, Ideen und Ressourcen aktiv in die Community einbringen. Die KIT-Bibliothek engagiert sich dafür seit Jahren – durch die Nutzung von Koha, die Beteiligung an der Weiterentwicklung und die Unterstützung gemeinschaftlicher Veranstaltungen.

Internationaler Austausch und gemeinsames Entwickeln

Das Konferenzprogramm bot ein breites Spektrum an Fachvorträgen und praxisorientierten Workshops. Die Teilnehmenden diskutierten über technische Weiterentwicklungen, Barrierefreiheit, den Einsatz künstlicher Intelligenz, elektronische Ressourcenverwaltung und Erfahrungen mit der Einführung und Migration auf Koha in unterschiedlichen Bibliothekssystemen.

Ein wesentlicher Bestandteil der KohaCon26 waren die Working Together Days. In Workshops, beim sogenannten Hackfest und bei der Zusammenarbeit an Dokumentation und Software konnten die Teilnehmenden ihr Wissen unmittelbar einbringen und gemeinsam an konkreten Verbesserungen arbeiten. Ergänzt wurde das Programm durch Führungen durch die KIT-Bibliothek und einen Kulturtag, der Raum für persönliche Begegnungen und den internationalen Austausch bot.

Die Veranstaltung verdeutlichte damit, dass die Koha-Community weit mehr ist als ein Netzwerk von Softwareanwenderinnen und -anwendern: Sie ist eine internationale Gemeinschaft, die Wissen teilt, voneinander lernt und die Weiterentwicklung ihrer Software gemeinsam gestaltet.

Karlsruhe als Treffpunkt der Koha-Community

Mit der KohaCon26 wurde Karlsruhe zum Austragungsort der internationalen Jahreskonferenz. Dass die Konferenz für die internationale Community offen und kostenlos zugänglich ist, entspricht einem ihrer grundlegenden Prinzipien: Wissen und Beteiligungsmöglichkeiten sollen möglichst vielen Menschen und Institutionen offenstehen. Die Unterstützung durch Sponsoren trägt dazu bei, dieses Konzept zu ermöglichen.

Um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, wurde die KohaCon26 außerdem live gestreamt und aufgezeichnet. So konnten auch Mitglieder der internationalen Koha-Community, die nicht persönlich nach Karlsruhe reisen konnten, die Konferenz verfolgen und an den fachlichen Diskussionen und Impulsen teilhaben. 

Mit dem Ende der KohaCon26 geht die gemeinsame Arbeit weiter: Die in Karlsruhe geknüpften Kontakte, ausgetauschten Erfahrungen und angestoßenen Entwicklungen bilden eine Grundlage für die weitere Zusammenarbeit innerhalb der internationalen Koha-Community. Die Auszeichnung mit dem Community Award ist dabei nicht nur Anerkennung für das Engagement der KIT-Bibliothek, sondern auch Ansporn, den gemeinschaftlichen Open-Source-Gedanken weiter aktiv zu leben.

Über Koha

Koha ist ein freies, quelloffenes integriertes Bibliothekssystem (Integrated Library System, ILS), das von einer internationalen Community entwickelt und gepflegt wird. Bibliotheken können die Software an ihre Bedürfnisse anpassen und von den Weiterentwicklungen der Gemeinschaft profitieren. Die KohaCon ist das internationale Treffen dieser Community und verbindet fachlichen Austausch mit der gemeinsamen Weiterentwicklung der Software.

Pressekontakt

KIT-Bibliothek
E-Mail: koha∂bibliothek.kit.edu
Website: https://www.bibliothek.kit.edu/
Weitere Informationen zur Konferenz: https://kohacon26.bibliothek.kit.edu/

Arne Upmeier, Direktor der KIT-Bibliothek, hält einen Publikumsvortrag vor einem Pult mit Laptop. Christian Elsner, KIT
Arne Upmeier, Direktor der KIT-Bibliothek
Teilnehmende der KohaCon 2026 unterhalten sich bei einem gemeinsamen Imbiss im lichtdurchfluteten Foyer. Tanja Oberacker, KIT
Meet & Eat
Zwei Mitarbeiterinnen der KIT-Bibliothek halten auf der KohaCon 2026 einen Vortrag über das ERM-Modul der Bibliothekssoftware Koha. Martina Weber, KIT
Allegra Heck und Michaela Sieber (KIT-Bibliothek)