Schädlingsmanagement: Seminar zum Integrated Pest Management
Am 14. April 2026 führte Stephan Biebl (Ingenieurbüro für Holzschutz und Fachberatung für Schädlingsbekämpfung) eine kompakte Fortbildung zum Integrated Pest Management (IPM) an der KIT-Bibliothek durch. Die Veranstaltung, die sich auf Museen und Archive fokussierte, wurde vom Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai) initiiert und gemeinsam mit dem KIT-Archiv organisiert.
Im Zentrum des Seminars standen praxisnahe Strategien zur Prävention und Bekämpfung typischer Schädlinge in Sammlungen. Ein zentrales Prinzip ist die Priorisierung von Beständen, da nicht alle Objekte gleichzeitig maximal geschützt werden können. Für die Quarantäne empfahl Biebl einfache, aber effektive Lösungen wie die Lagerung befallener Objekte in Badewannen oder sauberen Kunststoffkisten. Zudem wurde angeregt, an der Hauspoststelle eine Quarantänestation einzurichten, da Schädlinge häufig über Lieferungen eingeschleppt werden.
Weitere Maßnahmen umfassen den Einsatz von doppelseitigem Klebeband zur Überwachung, regelmäßige Reinigung zur Reduktion von Nahrungsquellen sowie den Einsatz von Temperatur-Datenloggern. Papierfischchen können dabei als Indikatoren für problematische Bereiche dienen. Beim Thema Schimmel wurde betont, dass bei größeren Befällen Sachverständige hinzugezogen werden sollten.
Zur Bekämpfung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, darunter thermische Methoden, Stickstoffbehandlungen sowie Sauerstoffentzug. Ergänzend wurden Hinweise zu Monitoring, Dokumentation und Normen wie DIN EN 16790 gegeben.
Weiterführende Informationen bietet die Plattform museumsschaedlinge.de.
Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden zahlreiche praxisnahe Einblicke und wertvolle Handlungsempfehlungen. Viele nützliche Hinweise und konkrete Maßnahmen stießen auf großes Interesse bei den Anwesenden.
