Zur Geschichte der KIT-Bibliothek Nord

1956 Gründung der Bibliothek

Im Juli 1956 Gründung der Bibliothek in Zusammenhang mit der Gründung der Kernreaktor Bau- und Betriebsgesellschaft mbh: der Standort befand sich im Künstlerhaus in der Karlstraße 42/44 in Karlsruhe, da auf dem zukünftigen Gelände bei Leopoldshafen die Bauarbeiten noch nicht fertiggestellt sind. 

„Der Aufbau der kerntechnisch-wissenschaftlichen Bücherei erfolgte zügig, denn man wollte den Anschluss an die Entwicklung der Kerntechnik im Ausland finden.“ (Teubner, Die Zentralbücherei 1956 – 1981)

Der Grundstock der Bibliothek beläuft sich auf ca 400 Bücher aus dem Handapparat von Prof. Dr. Karl Wirtz, der vom Max-Planck-Institut für Physik von Göttingen nach Karlsruhe übersiedelt. Weitere Literatur wird angeschafft. Neben der inländischen Fachliteratur ist vor allem Literatur zur Kerntechnik aus den USA, Kanada, Großbritannien und Frankreich von Interesse. Diese Berichte werden zum Großteil auf Tauschbasis gegen eigene Berichte bezogen.

1956 – 1959 Leiter der Literaturabteilung ist Herr Dr. H. J. Langmann. Zur Literaturabteilung gehörten außer der Bibliothek noch eine Dokumentationsgruppe, die Reprographie und Übersetzer.

1957 erscheint die erste „Tägliche Mitteilung“ der Literaturabteilung, die intern über die neuesten Zeitschriftenartikel informiert.

1959 Umzug in das neu errichtete Gebäude des Instituts für Neutronenphysik und Reaktortechnik (INR) am Campus Nord.

1959 Leitungswechsel, Frau Dr. Maria Kemmerich übernimmt die Abteilungsleitung.

Unbekannte Person in der Überschwemmungsfläche stehend beim Messen der Wassertiefe mit einem Zollstock, das Gesicht dem Betrachter zugewandt KIT-Archiv
Besichtigung eines anfänglich als Reaktorstandort in Aussicht genommenen Geländes am Rhein bei Maxau (01.03.1957). Bestandsnummer: 28020, Signatur: 00114.
1960er

1961 Ein systematischer Katalog wird erstellt. Der Direktor der Universitätsbibliothek Karlsruhe, Prof. Dr. Ruthardt Oehme, bot dazu die Hilfe der Universitätsbibliothek an.

1962 Umzug der Bibliothek wegen Platzmangel vom INR in eine ehemalige Feuerwehrbaracke.

1964 Einzug in das neue Bibliotheksgebäude 303.

1967 Die Plutoniumkartei wird als Referateblatt mit dem Titel „Plutonium-Dokumentation“ publiziert und als Abonnement auch für externe Nutzende zugänglich gemacht. „Schnellinformationen“ lösen die „Täglichen Mitteilungen“ ab.

1969 Einführung der Elektronischen Datenverarbeitung (EDV) zur Katalogisierung, basierend auf Lochstreifen (Flexowriter).

Büro-Archiv mit Regalwand voller Aktenordner, Tischen voller Papierstapel. Zwei Mitarbeiterinnen sind beim Arbeiten, während ein Mitarbeiter am Regal steht und ein Buch in der Hand hält. KIT-Archiv
Buchregale, Schreibtische und Lesetische der Bibliothek (02.1961). Bestandsnummer: 28028, Signatur: 01748.
Haupteingang des Bibliotheksgebäudes mit davorliegenden Parkplätzen und aus den Autos aussteigenden Menschen. KIT-Archiv
Außenansicht der neuen Bibliothek, von Norden (07.1964). Bestandsnummer: 28028, Signatur: 20326.
Eine Person am Tisch sitzend bei der Lektüre, eine weitere Person zwischen den Regalen stehend. KIT-Archiv
Blick in die Regalreihen der Bibliothek (06.1964). Bestandsnummer: 28028, Signatur: 04273.
Gäste beim Lesen an einem der Tische des neuen Lesesaals der Bibliothek. KIT-Archiv
Neuer Leseraum der Bibliothek "Pavillion" (30.11.1978). Bestandsnummer: 28028, Signatur: 06138.
1970er

1970 Erfassung der Publikationen mit dem Lochstreifen-System Flexowriter.

1971 Die USA geben Publikationen der deutschen Kriegsforschung zur Kerntechnik zurück (s. Artikel in der BNN, Ausgabe 15.08.1997) – diese werden in der Bibliothek archiviert.

1975 Die Dokumentationsgruppe gehört nun zum Fachinformationszentrum Energie, Physik und Mathematik (FIZ); die Übersetzergruppe wechselt zum Internationalen Büro

1975 Einstellung der Pflege der Plutonium-Dokumentation und "Schnellinformationen".

1978 Neubau des Pavillon, Posterausstellungen.

Rollen aus farbigem Lochstreifenband in Grün, Pink und Braun auf weißem Hintergrund. KIT-Bibliothek
Lochstreifen für Flexowriter
Fotografie einer Flexowriter-Maschine (auf einem Tisch liegend). KIT-Bibliothek
Flexowriter
Artikel aus der Zeitung "Badische Neueste Nachrichten", mit dem Titel "Tresor schützt Rechenformeln: Forschungszentrum besitzt Berichte aus 20er Jahren". Badische Neueste Nachrichten
Pressebericht über die in der Bibliothek aufbewahrten Publikationen der deutschen Kriegsführung. Erschienen in Badische Neueste Nachrichten (BNN) (15.08.1997). Text und Foto: Anne Haeming.
1980er

1983 Online-Erfassung der Publikationen des Forschungszentrums mit einem System der EDV-Firma Plöntzke.

1984 Leitungswechsel, Herr Dr. A. Miller wird Bibliotheksleiter.

1984 wird das Ausleihverbuchungssystem BIBDIA unter dem Namen LARS (Literaturabteilung Ausleih- und Recherchiersystem) eingeführt.

1986 Einführung des Online-Kataloges LASSO (Literaturabteilung SuchSystem Online) über das Fachinformationszentrum Karlsruhe (FIZ).

1990er

1990 Umstellung der Publikationserfassung mit Online-Recherche für Zentrumsmitarbeitende.

1991 Online Katalog über den Großrechner des Zentrums mit Bestellfunktion für Zentrumsmitarbeitende.

1997 Zusammenführung von Katalog und Ausleihe, Einführung eines Online Public Access Catalogue (OPAC) für Zentrumsmitarbeitende.

1999 Umstellung der Publikationsdatenbank auf BIBDIA, Einführung eines OPACs für Veröffentlichungen.

1999 Leitungswechsel, Herr Dipl.-Phys. S. Fehling übernimmt die Leitung der Zentralbibliothek.

Screenshot, der das User Interface der Publikationsdatenbank BIBDIA darstellt. Konkret wird eine Erfassungsmaske zur Aufnahme eines neuen Titels angezeigt. KIT-Bibliothek
Screenshot aus der Publikationsdatenbank BIBDIA – gezeigt wird die Erfassungsmaske zur Aufnahme eines neuen Titels.
2000er

2001 Herr Dr. H.-J. Goebelbecker übernimmt die Leitung der Zentralbibliothek.

2003 Erstes e-only-Abonnement von 121 Zeitschriften des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE).

2008 Beginn der Meldung von Buchbeständen an den Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB).

2009 Zusammenschluss mit der Universitätsbibliothek Karlsruhe zur KIT-Bibliothek, Herr C.-H. Schütte wird erster Direktor.

Hand mit blauem Stift berührt ein Whiteboard, auf dem die grafische Darstellung des Forschungsdatenzyklus (bestehend aus farbigen Kreis-Segmenten mit Text) angezeigt wird. Team RDM@KIT
Das Team RDM@KIT unterstützt in allen Phasen des Forschungsdatenmanagements.
Screenshot eines Webseitenformulars „Vorträge on demand“ mit Feldern für Kontakt- und Veranstaltungsdaten, Auswahlmöglichkeiten und Kommentarfeld. Team RDM@KIT
Screenshot des Webformulars "Vorträge on demand", mittels dem man im Rahmen des RDMToolKITs individuelle FDM-Schulungen und -Workshops buchen kann.
2010er

2011 Forschungsdienste entstehen als neue Abteilung der KIT-Bibliothek für den Bereich Forschungsdaten.

2012 re3data (Registry of Research Data Repositories) geht mit 100 Einträgen online.

2016 Team rdm∂kit wird als institutsübergreifender Service zur Unterstützung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rund um das Forschungsdatenmanagment (FDM) gegründet.

2016 KITopen startet als zentrales Repositorium und Publikationsplattform für alle KIT-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler (Open Access).

2017 RDMO (Research Data Management Organiser): Beteiligung bei Entwicklung und Betrieb des webbasierten Services zur Planung, Umsetzung und Verwaltung des Forschungsdatenmanagements in Forschungsprojekten.

2020er

2020 Dr. Arne Upmeier wird neuer Direktor der KIT-Bibliothek.

2020 Das Forschungsdatenrepositorium RADAR4KIT nimmt Betrieb auf.

2023 Das RDMToolKIT ermöglicht die Buchung von individuellen Schulungen und Workshops zum Forschungsdatenmanagement am KIT.

2023 Gründung des Büros für Gute Wissenschaftliche Praxis und Ethische Grundsätze am KIT (Büro GWP).

2024 Gründung Anlaufstelle für Rechtsfragen im RDM

2026 Start des Fachinformationsdienstes (FID) Molekülchemie in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek (TIB) Hannover und dem Institut für Biologische und Chemische Systeme (IBCS) des KIT.

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Blaue geschwungene Brille liegt auf aufgeschlagenem Buch. Team RDM@KIT
Die Anlaufstelle für Rechtsfragen bietet den First Level Support für juristische Fragestellungen im Forschungsdatenmanagement im Rahmen von Forschungsprojekten.