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Chronologie

Die Chronologie folgt dem Aufbau der Ausstellung. Die Zahlenangaben in den Klammern beziehen sich auf die Nummerierung der Exponate in den Vitrinenblöcken.

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Die ersten 100 Jahre (Vitrinenblock 1)

Foto 11825 wurde die „Großherzogliche Badische Polytechnische Schule zu Karlsruhe“ als erste Technische Hochschule in Deutschland nach dem Vorbild der École Polytechnique in Paris gegründet. Bereits 15 Jahre nach der Gründung war der Bestand an Büchern, Zeitschriften und Fortsetzungswerken so umfangreich, dass am 20.10.1840 das zuständige Ministerium die Einrichtung einer ordentlichen Bibliothek verfügte (1.1, 1.2). Dies gilt als Gründungsdatum der Universitätsbibliothek.

Zehn Jahre später erschien der erste Katalog in Buchform und führte 2.750 Bände auf (1.5). 1854 wurden die bis dahin verstreuten Bestände im „T-Bau“ am Ehrenhof (heute befindet sich dort das Studierendenbüro) zusammengeführt (1.3) und eine erste Benutzungsordnung regelte den Betrieb in den Bibliotheksräumen (1.6). Um 1900 belegte die Bibliothek ein Lese- und ein Dozentenzimmer und vermutlich drei Magazinräume (1.4). Ein wichtiges Datum in der Geschichte der TH und ihrer Bibliothek war die Verleihung des Promotionsrechtes im Jahre 1900 (1.7). Nachdem die Polytechnische Schule schon 1865 den Status einer technischen Hochschule erhalten hatte, war sie nun als akademische Ausbildungsstätte den etablierten Universitäten Heidelberg und Freiburg gleichgestellt.

Foto 2Die Bibliothek sammelt seit dieser Zeit alle Dissertationen und dokumentiert die wissenschaftliche Leistung ihrer Hochschule. Ausgestellt ist die erste Dissertation aus dem Jahr 1900 (1.8). Das Großherzogtum Baden war Vorreiter bei der Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium und erlaubte bereits im selben Jahr die Immatrikulation von Frauen. Es dauert aber noch bis 1915, bis als erste Frau Irene Rosenberg an der TH ihre Dissertation anfertigte (1.9). Es ist anzunehmen, dass einst auch sie als Nutzerin einen Anmeldezettel für die Bibliothek ausgefüllt hat (1.13).

Seit 1906 wurde die Bibliothek von dem hauptamtlichen Bibliothekar Dr. Karl Brodmann geleitet und sammelte Literatur zu allen an der TH vertretenen Fächern. Ausgestellt ist ein Werk über die Geometrie, dessen Signatur „I A 1“ darauf hinweist, dass es eines der ersten war, die von der Bibliothek erworben wurden (1.10). Der Zugang aller Bücher wurde in Inventarbüchern verzeichnet. Ausgestellt ist eine Bestandsstatistik aus dem Jahr 1930 (1.12). Aus dieser Zeit stammt auch der sogenannte Kapselkatalog, ein Vorläufer des später üblichen Zettelkataloges (1.11).

 

 

Vom Zweiten Weltkrieg bis 1965 (Vitrinenblock 2)

Von 1916 bis 1952 leitete die Bibliothek Karl Theodor Schmidt, der 1941 sein 25jähriges Dienstjubiläum beging (2.3). Die Bibliothek befand sich bei Ausbruch des Krieges noch im T-Bau (2.1.) und wurde von Schmidt und sechs weiteren MitarbeiterInnen betreut.

Karlsruhe war Foto 3 schon seit 1940 Ziel alliierter Luftangriffe, 1942 wurde die Badische Landesbibliothek ein Raub der Flammen. Daher lagerte man Teile der Bestände der Bibliothek der TH in Salzstollen und nach Baden-Baden aus. Die aktuell benötigte Literatur verblieb aber in Karlsruhe. Am 26./27.9.1944 wurde die TH bei einem Luftangriff schwer getroffen (2.2). Auch die Bibliothek brannte aus und verlor mit 200.000 Bänden die Hälfte ihrer Bücher. Nach dem Krieg mussten deshalb alle Kataloge bereinigt werden, nützlich waren dabei Hilfsmittel wie der „Katalogfächer“ (2.7, 2.8).

1946 erhielt die TH 1946 die fast unzerstörte Telegraphenkaserne in der Hertzstraße im Westen der Stadt als Ersatz für ihre zerstörten Gebäude zugewiesen (2.5). Hier wurden auch die ausgelagerten Bestände der Bibliothek zusammengeführt und der Betrieb wieder aufgenommen. Der Katalog musste um die Kriegsverluste bereinigt werden, die Lage war äußerst schwierig. Dies zeigt der Jahresbericht 1946/47 (2.4). Foto 4

In den provisorischen Räumen der „Westhochschule“ war die Bibliothek dann bis 1965 untergebracht (2.6). Für die Nutzer schränkte der 4 km lange Anfahrtsweg den Zugang zur Bibliothek stark ein und förderte auch die Dezentralisierung der Buchbestände, denn auf dem Hauptcampus entstanden nach und nach zahlreiche Institutsbibliotheken.

1956 wurde die Kernreaktor Bau- und Betriebsgesellschaft mbH in Karlsruhe gegründet, die Vorläuferinstitution des späteren Forschungszentrums. Mit der Gründung entstand auch eine Literaturabteilung, deren Zentralbücherei zunächst in der Karlstraße 42/44 im sogenannten „Künstlerhaus“ untergebracht war und rasch einen umfangreichen Bestand an Literatur zu allen Aspekten der friedlichen Nutzung der Kernenergie aufbaute. Zu sehen ist ein Zugangsbuch aus der Anfangszeit (2.9) und der „Kardex“, ein spezielles Inventarbuch für Zeitschriftenhefte, das bis in die 1990er Jahre hinein in vielen Bibliotheken Verwendung fand (2.10).

 

 

Von 1965 bis zur Wiedervereinigung (Vitrinenblock 3)

Foto 5Fast zeitgleich mit dem Umzug der Bibliothek der TH bezog auch die Literaturabteilung eigene Räume auf dem Gelände des Kernforschungszentrums im Jahre 1964 (3.2). Der umfangreiche Bestand an Spezialliteratur konnte im Lesesaal eingesehen und entliehen werden (3.3, 3.4). Neben der Bücherei umfasste die Literaturabteilung auch eine Gruppe für Literaturdokumentation, die schon ab 1957 tagesaktuell die Wissenschaftler über aktuelle Neuerscheinungen und Zeitschriftenartikel zu informieren suchte (3.1).

Die Bemühungen, die Bibliothek der TH wieder auf den Hauptcampus im Osten der Stadt zurückzuführen, zogen sich währenddessen lange hin. Erst 1961 erfolgte der Spatenstich für einen Neubau auf dem Gelände zwischen Studentenhaus und Stadion (3.5). Der 51 m hohe „Bücherturm“ wurde in einer damals neuartigen Bautechnik mit Betonfertigteilen errichtet und 1966 eröffnet (3.6). Damit war die Bibliothek in das Herz der TH zurückgekehrt.

Kurz nach der Eröffnung fand dann 1968 in Karlsruhe der „Deutsche Bibliothekartag“ statt, zu dessen Anlass eine Bestandsaufnahme der großen Foto 6wissenschaftlichen Bibliotheken in Karlsruhe erstellt wurde (3.7).

Bereits seit den Anfangszeiten des Forschungszentrums arbeiteten Literaturabteilung und die Bibliothek der TH eng zusammen. 1970 erschien das erste „Veröffentlichungsverzeichnis der Universität Karlsruhe (T.H.) und des Kernforschungszentrums Karlsruhe“ als Spiegelbild der wissenschaftlichen Leistung der beiden Forschungseinrichtungen (3.8).

An beiden Standorten nutzten die Bibliotheken die neuen Möglichkeiten der EDV für ihre Arbeit. So erfasste man an der Universitätsbibliothek seit Ende der 1960er Jahre die Katalogdaten maschinell, zunächst mittels Lochstreifen (3.9) und später mit Lochkarten (3.11). Im Rechenzentrum wurden dann Katalogkarten für den Zettelkatalog gedruckt (3.10).

Auch die Materialien wurden vielfältiger: Zu den gedruckten Büchern und Zeitschriften traten in den 1960er Jahren Mikrofiche – stark verkleinerte fotografische Abbilder von Texten, die mit speziellen Lesegeräten vergrößert werden (3.12). In Bibliotheken wurden sie eingeführt, um Magazinplatz zu sparen und weil sie sehr viel länger haltbar sind als das damals übliche Papier. Mittels Mikrofiche war es den Bibliotheken möglich, ihre Kataloge weiterzugeben, wie der 1973 begonnene Zentralkatalog Baden-Württemberg (ZKBW) (3.13).

Ende der 1980er Jahre ersetzen dann digitale CD-ROMs die Mikrofiche-Kataloge (3.14).

 

 

Von 1990 bis heute (Vitrinenblock 4)

Trotz neuer Medien bildeten der Verleih gedruckter Bücher und der Erwerb von wissenschaftlichen Zeitschriften weiterhin das Kerngeschäft der Bibliotheken. Zu sehen sind die in der Universitätsbibliothek seit 1994 am meisten nachgefragten Buchtitel (4.1) und die drei teuersten Zeitschriften (4.2).

In den 1980er Jahren diente die EDV nicht mehr nur der internen Arbeitsoptimierung, sondern wurde zunehmend auch für verbesserte Nutzerservices eingesetzt. So machte 1986 OLAF in der Universitätsbibliothek und 1987 BIBDIA in der Literaturabteilung die bisherigen Leihscheine obsolet. 1994 ersetzte LASSO im Forschungszentrum und 1994 „OLIX“ (OnlineLiteratursystem auf UniX) in der Universität die bisher üblichen Zettelkataloge (4.3). Auch der Online-Zugriff auf Literaturdatenbanken wurde immer mehr zum Alltag in der Bibliothek (4.4).

Foto 7Einen weiteren Schub für elektronische Dienstleistungen bedeutete die Einführung des World Wide Web (WWW) Mitte der 1990er Jahre, das die Entstehung unzähliger neuer Dienstleistungen bewirkte. Überregional bekannt wurde die Universitätsbibliothek durch den Karlsruher Virtuellen Katalog, der es erstmalig ermöglichte, über das WWW alle wichtigen Bibliothekskataloge in Deutschland zu durchsuchen (4.6-4.8). Dafür erhielt die Bibliothek 1999 den Innovationspreis „InetBib Award“ (4.5).

Foto 8Im realen Raum bedeutete der 2003 begonnene Anbau der Universitätsbibliothek einen Quantensprung für die Bibliotheksnutzung (4.11). Aufgrund großer Platznot in den Magazinen und Mangel an Arbeitsplätzen wurde ein Neubau errichtet, der für einen umfassenden 24-Stunden-Betrieb ausgerichtet war, inklusive Entleihungen und Buchrückgaben. Im Mai 2006 wurde die vergrößerte Bibliothek eröffnet und blieb seitdem ständig geöffnet (4.9, 4.10).

Mit der Gründung des KIT 2009 fusionierten auch die beiden Bibliotheken zur neuen KIT-Bibliothek. Die Leistungsstärke und den hohen Qualitätsstandard der Nutzungsdienste der neuen Bibliothek im Vergleich mit anderen Bibliotheken belegen die Auszeichnungen des deutschen Bibliotheksindex‘ BIX (4.12). Auch andere Hochschulen haben inzwischen ihre Bibliotheksdienste der KIT-Bibliothek anvertraut, wie 2009 die „Hochschule Karlsruhe – Technik & Wirtschaft“ und seit 2014 auch die „Duale Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe“ (4.13).

In der letzten Vitrine ist ein Modell des 2003 konzipierten 2. Bauabschnittes der KIT-Bibliothek zu sehen. Als Portal über der Zufahrt vom Adenauerring gestaltet, bietet sie kreativen Raum für künftige Innovationen (5).

 

Fotos aus: Innovation aus Tradition : 175 Jahre KIT-Bibliothek / Hrsg.: Frank Scholze. - Karlsruhe: KIT Scientific Publishing, 2015