Projekt "Diamond Thinking" (BMBF-Projekt)

Das Projekt “Diamond Thinking” wird in Partnerschaft mit der Universität Stuttgart entwickelt. Im Rahmen dieses Projektes wird der Dienst „DONAU4KIT: Diamond Open Access Journals at KIT“ entwickelt und angeboten.

Inhalt

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Aktuell:

Im KIT wechselt die internationale Fachgesellschaft "International Association for Hydrogen Safety (HySafe)" die Herausgabe ihrer renommierten Proceedingsreihe im Verlag Elsevier zum KIT-eigenen Wissenschaftsverlag KIT Scientific Publishing. Durch den Wechsel ergeben sich neue Möglichkeiten, bisherige Lücken an Publikationswegen für die Fachdisziplin zu schließen und sich international breiter aufzustellen: Das "Flipping" der bisherigen Reihe wird ausgeweitet und eine neue internationale, qualitativ hochwertige wissenschaftliche Zeitschrift wird zusammen mit dem Co-Publishing-Partner Ubiquity Press und dem KIT gegründet und künftig nach dem Diamond-Open-Access-Modell betrieben.

Worum geht es?

Das Projekt "Diamond Thinking" ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert (September 2023 bis August 2025) und hat zum Ziel, für alle wichtigen Disziplinen des KIT einschlägige und wissenschaftliche hochwertige Zeitschriften zu gründen bzw. bereits bestehende, kommerzielle Zeitschriften in den Wissenschaftsbetrieb zu überführen ("Flipping"). Dazu werden über verschiedene Kanäle und mit unterschiedlichen Stakeholdern im KIT Gespräche geführt, um sie von der Notwendigkeit zu überzeugen, die Verbreitungswege der wissenschaftlichen Inhalte wieder zurück in die Hände der Wissenschaft zu legen. Der KIT-eigene Wissenschaftsverlag und die KIT-Bibliothek bieten dazu zusammen mit ihren wissenschaftsnahen Co-Publishing-Partnern hochwertige und effiziente Verbreitungsplattformen sowie einschlägige Expertise rund um das wissenschaftliche Publizieren.

To flip or not to flip.
Coming soon!
Start a new Open Access journal.
Coming soon!

Warum das Projekt?

Die Hintergründe für das Projekt liegen in den starken Verzerrungen im wissenschaftlichen Publikationswesen, das vor allem in den STM-Fächern von starken kommerziellen und oligopolistischen Strukturen geprägt ist, so dass langfristig keine nachhaltige Verbreitung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse gewährleistet werden kann. Diese Missstände wurden zuletzt in einschlägigen Papieren von Wissenschaftsrat (2022) und Deutsche Forschungsgemeinschaft (2022) angeprangert und die Forschungseinrichtungen und ihre Akteure sind darin aufgerufen, bei der Umgestaltung des Systems selbst aktiv mitzuwirken. Jüngste Aufrufe der cOAlition S (2023), ein internationaler Zusammenschluss wichtiger Forschungsförderer mit prominenter Unterstützung der EU, setzen sich daher inzwischen ganz entschieden für eine Überführung der Publikationskanäle in wissenschaftsgeleitete Hände nach dem Diamond-Open-Access-Modell ein.

Vorarbeiten am KIT

Am KIT hat dazu die KIT-Bibliothek seit über 20 Jahren die Weichen für eigene Open-Access-Publikationsinfrastrukturen gelegt und betreibt ein renommiertes Repository sowie einen eigenen Wissenschaftsverlag. Diese Vorarbeiten führten bereits zu einem Vorgängerprojekt, das die Verlagsinfrastrukturen am KIT nachhaltig aufwertete. Mit dem neuen Projekt "Diamond Thinking" geht die KIT-Bibliothek nun den nächsten Schritt und gründet eine neue Publikationssäule für den bislang auf Proceedings und Monographien spezialisierten Verlagsservice. Am Ende des Projektes werden nicht nur neue Diamond-Open-Access-Zeitschriften unter Regie des KIT und in Kooperation mit den KIT-Forschenden bestehen, sondern auch das tägliche Geschäft der KIT-Bibliothek um neue Beratungsservices bereichert sein.

DONAU4KIT

Aus dem Projekt "Diamond Thinking" entsteht ein mehrschichtiges Servicemodell für Diamond-Open-Access-Zeitschriften, "DONAU4KIT".
Weitere Informationen finden Sie hier.

Nachhaltige Verwirklichung von Open Science

Mit "DONAU4KIT" streben wir an, die Ziele der Open-Science-Bewegung in die Realität umzusetzen. Unser Ziel ist es, Diamond-Open-Access-Journals zu etablieren, in denen das Publizieren von qualitätsgeprüften wissenschaftlichen Inhalten für die Autorinnen und Autoren kostenlos ist und die Inhalte für die Leserinnen und Leser nach den Grundsätzen des Open Access frei zum Lesen und Nachnutzen zur Verfügung stehen.

Unsere Mission ist es, für alle wichtigen Disziplinen des KIT, einschlägige und wissenschaftliche hochwertige Zeitschriften zu gründen bzw. bereits bestehende, kommerzielle Zeitschriften in den Wissenschaftsbetrieb zu überführen ("Flipping").

Als Beweggründe dafür lassen sich viele Gründe anführen: Sie können in der Unzufriedenheit unter Herausgeberinnen und Herausgebern sowie der Autorinnen und Autoren über existierende Preis- und Service-Modelle kommerzieller Verlagshäuser liegen, die sich der Profitmaximierung verschreiben statt den Forschungsoutput bestmöglich zu verbreiten. Oft treibt die in Verlagsprozesse involvierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, dass sie wieder selbst über die inhaltliche und formale Aufbereitung der Forschungsergebnisse ihrer Disziplinen entscheiden möchten und durch den Wechsel in wissenschaftseigene Strukturen mehr Selbstbestimmungsrechte (zurück)erhalten.

Unser Service

  • Wir streben danach, finanziell tragfähige Dienstleistungen zu vernünftigen Kosten anzubieten. Dazu gehen wir Partnerschaften mit Verlagen und wissenschaftlichen Gesellschaften ein. Für Autorinnen und Autoren sollen keine Kosten für das Publizieren anfallen.
  • Unsere Mission ist es, wissenschaftliche Gemeinschaften zu unterstützen, indem wir ihre Arbeitsabläufe optimieren, beschleunigen und stressfrei gestalten, sodass sie sich auf das konzentrieren können, was wichtig ist: wissenschaftliche Forschung, Diskussionen und die weltweite Verfügbarkeit von Erkenntnissen: Wissenschaft in den Händen von Wissenschaftlern.
  • Wir stellen eine hochwertige Infrastruktur durch eigene und unsere wissenschaftsnahen Co-Publishing-Partner bereit. Unsere Plattformen sind offen und nachhaltig und verhindern das Entstehen von Lock-in-Effekten.
  • Wir stellen mehrschichtige Beratungsservices bereit und begleiten unsere Partner in der Wissenschaft durch alle Stufen der Gründung bzw. des Flippings von Zeitschriften.

Unser Vorgehen

"Diamond Thinking" und KIT-Bibliothek als Labor: Zusätzlich zur Unterstützung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wird unser Projekt "Diamond Thinking" über den neuen Service "DONAU4KIT" zusammen mit dem Projekt "ERRED" als Denkfabrik für die Strategieentwicklung und die Untersuchung von Publikationstrends fungieren. Durch umfassende Umfragen auf dem Campus kommen wir mit Ihnen ins Gespräch und wir haben das Ziel, die Bedürfnisse wissenschaftlicher Gemeinschaften zu erkennen und auf ihre Anwendbarkeit zu bewerten. Dazu führen wir Umfragen und qualitative Interviews mit unterschiedlichen Stakeholdern im KIT durch.

Geplant ist ein mehrstufiges und schrittweises Vorgehen, um die neuen Publikationswege optimal an die jeweiligen Bedürfnisse und Wünsche der Herausgeberinnen und Herausgeber anzupassen.

  • Finden und Testen verschiedener Finanzierungsmodelle: Je nach Ausgangssituation der unterschiedlichen Fachgesellschaften besprechen wir die Praktikabilität des Diamond-Open-Access-Ansatzes in Form von Optionen wie kostenpflichtigen Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Gesellschaften oder wir diskutieren weitere Finanzierungswege wie beispielsweise durch Werbung oder Sponsoring sowie den Einbezug weiterer, nichtwissenschaftlicher Akteure.
  • Testen von Bewertungsmaßstäben für die Forschung: Mit Unterstützung des KIT arbeiten wir daran, neue Maßstäbe für gute Forschung und Forschungspraktiken durch DOA-Zeitschriften zu finden. Wir folgen den Aufrufen der
    DFG Deutsche Forschungsgemeinschaft
    (2022) und des Wissenschaftsrats (2022), wissenschaftliche Leistung an den Inhalten und nicht an den Publikationsorten zu bemessen. Dazu nutzen wir "DONAU4KIT" als Labor, um die Stimmen wissenschaftlicher Gemeinschaften zu verstärken und zu verstehen, was ihrer Meinung nach gute Forschungspraktiken und -ergebnisse ausmachen. Daher verzahnen wir unser Projekt eng mit dem Projekt "ERRED". Gemeinsam stehen beide Projekte in ständigem Kontakt mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft am KIT und führen eine Reihe von Umfragen und Feedbackgesprächen durch, um sowohl direkt als auch indirekt die Bedürfnisse und Stimmungen der Forschenden zu verstehen. Die Ergebnisse werden eng mit der Leitungsebene des KIT und dem Leitprojekt "Open Science 9.2" verzahnt.

Referenzen

cOAlition S. (2023), Towards responsible publishing: seeking input from the research community to a draft proposal from cOAlition S.
https://zenodo.org/records/8398480

Deutsche Forschungsgemeinschaft | AG Publikationswesen (2022), Wissenschaftliches Publizieren als Grundlage und Gestaltungsfeld der Wissenschaftsbewertung.
https://zenodo.org/record/6538163

Wissenschaftsrat (2022), Empfehlungen zur Transformation des wissenschaftlichen Publizierens zu Open Access.
https://doi.org/10.57674/fyrc-vb61

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